Reportagen von Alexander Kots und Dmitrij Steshin aus Syria (FOTOS, VIDEO)

Reportagen von Alexander Kots und Dmitrij Steshin aus Syria (FOTOS, VIDEO) | Русская весна

Vier riesige Lautsprechen, die auf der Ladefläche eines kleinen Lastwagens stehen, verbreiten monoton eine Mantra durch die Gegend, die die hier gebliebenen Einwohner, wahrscheinlich, schon auswendig kennen: „Achtung! Achtung! Hier wird eine Spezialoperation durchgeführt. Für ihren Wohl bitten wir sie temporär ihre Häuser zu verlassen und euch Richtung der Kontrollpunkte der Syrischen arabischen Armee zu bewegen. Sie werden dort untergebracht! Beim Bedarf bekommen sie medizinische Hilfe.“

Die Provinz Hama liegt drei Stunden von der Latakia entfernt, wo die Kräfte der Russischen Luft- und Raumwaffen stationiert sind. Gesichtslose Städtchen und Siedlungen mit nicht gerade reichen Bewohnern gleichen eins dem anderen. Auf den Straßen rennen Kinder, in der Kleigung der Frauen fehlen die offensichtlichen Attribute der moslemischen Garderobe. Die Straße führt nach und nach in die Berge, bis sie bei den von der Seite nicht sichtbaren Hangars endet, aus denen bedrohlich die Panzerkanonen herausragen.

Wir stehen praktisch an der Grenze zwischen dem von der syrischen Regierung kontrollierten Territorium und dem von der Terroristen beherrschten Land. Einen Tag davor [geschrieben 1.10.15] hat die russische Luftwaffe ihre Stäbe, Lager und Verbindungsknoten bombardiert, wodurch die Kommunikation zwischen den Gruppierungen im geographischen Dreieck Hama-Salamiyah-Homs unterbrochen wurde. Vor Kurzem haben sich die Kämpfer der al-Nusra und des ISIL in dieser Region vereinigt. Und jetzt zählt ihre Gruppierung bis zu fünf Tausend Personen. Das Hauptziel der vorbereiteten Operation ist die Deblockierung der Straße zwischen zwei großen Städten Hama und Homs.

Sie ist schon seit fast drei Jahren von den Terroristen blockiert. Auch die Städte und die Siedlungen entlang dieser Straße sollen befreit werden. Auf diese Weise werden die Islamisten nach Osten verdrängt, zu der Stützbasis von IS – Raqqah. Die Rolle Russlands ist in der Luftunterstützung der syrischen Armee, die nach den gezielten Luftangriffen jeden Augenblick mit der Offensive auf dem Boden beginnen soll. Das wird die größte Operatin in den letzten Jahren. Und, zweifellos, eine historische.

- Wir haben eine hervorragende Interaktion mit den Russen, sagt uns der Kommandeur des Panzerbataillons des 147 Regiments Bessam Ahmud Mairub, - Sie helfen uns wirklich sehr bei der Erfüllung dieser komplizierten Aufgabe. Wir befinden uns jetzt nicht weit der Stadt Rastan. Dort haben sich die Front al-Nusra und ISIL festgegraben. Sie kämpfen gegen die gesetzliche Armee, die vom syrischen Volk utnerstützt wird.

Vor dem Beginn der Offensive bemühen sich die Militärs lange die Menschen davon zu überzeugen die Wohnorte, die unter Beschuss geraten könnten, zu verlassen. Täglich fliegt vom Flughafen Latakia ein syrischer Hubschrauber, der über den von den Terroristen kontrollierten Gebieten die Flugblätter abwirft. Für die Zivilisten sind sie ein Passierschein am Regierungskontrollpunkt. Für die syrischen Kämpfer, die beschlossen haben die Waffen niederzulegen, ist es ein Passierschein ins neue Leben: „Dein Vaterland wendet sich an dich! An alle, die eine Waffe in die Hand nahmen. Die Krise nähert sich ihrem Ende. Die Siege der SAR bestätigen das. Macht euere Lage nicht noch schlimmer. Ihr habt Zukunft. Ihr habt eine einmalige Möglichkeit in die Arme eurer Heimat zurück zu kehren. Trifft eure Entscheidung, wie das Hunderte solcher wie ihr gemacht hatten. Der Staat wird sich um euch kümmern!“

Im Himmel fliegen zwei Bomber. Bei der grellen Sonne ist es schwer die Flugzeugtypen zu erkennen, aber der neben uns stehende Soldat überzeugt uns: „Russija! Russija!“ Eigentlich versucht er sich selbst zu überzeugen. So ist die Psychologie des Krieges. Wenn du in einigen Stunden mitten in die Hölle kommen kannst, verleiht der Gedanke über die Unterstützung des mächtigen Verbündeten dem Coctail aus Adrenalin und der normalen menschlichen Angst den Beigeschmack des echten männlichen Glaubens. Und das ist die unsichtbare Seite der russischen Hilfe, die man nicht mit der Anzahl der Bomber und zerstörten Ziele messen kann.

Kommandeur des Bataillons lässt seine Leute antreten und erläutert emotional die Aufgabe. Der Himmel wir wieder durch den Flugzeuglärm erschüttert und die Panzerführer verfolgen sie mit den begeisterten Blicken während sie zu ihren Maschinen laufen. Dieselmotoren spucken schwarze Abgaswolken in die Luft und die Kolonne zieht zu den Vorderpositionen, wo in der nächsten Zeit die historische Offensive beginnen soll. Die Straße Homs-Hama ist nicht das einzige Ziel. Soll die Bodenoperation gelingen, werden die syrischen Truppen die nördliche Gruppierung der Terroristen faktisch in zwei Teile zerschneiden. In ihrem Hinterland in Palmira bleiben die Islamisten im Kessel – ohne Kommunikation und ohne einer Möglichkeit der Versorgung.

Die Panzerkolonne verschwindet in den Staubwolken hinter der Ecke. In der sich ausbreitenden Stille trägt das Echo in die Berge: „Achtung! Achtung! Hier wird eine Spezialoperation durchgeführt!“ In der Luft hört man wieder die Motoren der unsichtbaren Flugzeuge...

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