Zynismus aus den USA: Wir hetzen alle Länder des Eurasiens gegen einander auf

Zynismus aus den USA: Wir hetzen alle Länder des Eurasiens gegen einander auf | Русская весна

Georg Friedman ist der Gründer und Leiter der in den USA führenden privaten Gesellschaft für Aufklärung und Analytik Stratfor.

Die Kunden von Stratfor sind USA-Regierung, Geheimdienste, große amerikanische Konzerne und Fonds. Gemessen an ihrem Einflussniveau in der Welt ist Stratfor – die Schatten-CIA. Da sie nicht durch die gesetzlichen Einschränkungen gebunden sind, können die Mitarbeiter des privaten Aufklärungdienstes sich erlauben offen und zynisch zu reden.

Georg Friedman ist ein wissender und sehr direkter Mensch. Er spricht offen. Frei und ohne Schleier. Er erklärt genau die weltanschauliche Realität, die die Außenpolitik der USA bedingt.

Die vor kurzem in Chicago Council on Global Affairs vom Friedman gehaltene Rede. Bei manchen Worten des Leiters der „privaten CIA“ fehlen einem die Worte. Aber es ist so, er spricht die Wahrheit, diejenige, die wir von keinem Politiker aus den USA hören würden.

„In der Zukunft wird Europa, wie es mir scheint, nicht mehr in die großen Kriege einbezogen, wie es früher war, aber Europa wird zu der natürlichen Situation der Menschheit zurückkehren: in der Europa wird es Kriege geben, es wird auch die Friedenszeiten geben. Die Europäer werden in den Kriegen sterben. Natürlich ohne 100 Millionen Tote, wie im letzten Krieg, aber die Idee der europäischen Außerwähltheit wird, wie es mir scheint, Europa zu den Kriegen führen. In Europa wird es Konflikte geben, wie es sie schon gegeben hat – in Jugoslawien und jetzt in der Ukraine“, setzt Friedman fort.

Das heisst, der Zustand des Krieges ist für Europa natürlich. Folglich, ist der Krieg in der Ukraine auch „natürlich“. Und die Europäer werden „natürlich“ darin sterben. Nichts unnatürliches. Das ist die Bezahlung für die Idee der „europäischen Außerwähltheit“. Und die in Europa sollen aufhören über ihre Außerwähltheit zu sprechen. Denn nur Amerika ist außerwählt, wie Obama verkündete. Europa soll aber trotzdem dafür bezahlen. Egal – für wessen „Außerwähltheit“.

„Was die Beziehungen von Europa mit den Vereinigten Staaten betrifft. Wir haben keine Beziehungen mit Europa. Wir haben Beziehungen mit Rumänien, mit Frankreich und so weiter. Es gibt kein Europa, mit dem die USA irgendwelche Beziehungen hätte“, sagte Friedman.

Absolute Verachtung gegenüber der Europäischen Union. Wenn man sie braucht, kann man mit ihr spielen. Wenn man sie nicht braucht – es gibt sie nicht. Und tatsächlich, ich denke nicht, dass ein amerikanischer Präsident die Namen von zwei-drei brüsseler Beamten nennen könnte. Das ist, weil die USA ihre erwünschte Weltkonstruktion haben und die Europäische Union als ein einflussreicher Spieler darin nicht enthalten ist. Und wer ist ein einflußreicher Spieler? Islam? Auch nicht.

„Islamismus ist ein Problem für die Vereinigten Staaten, aber keine existentielle Bedrohung. Man muss sich mit ihm befassen, aber die Mühe muss angemessen sein, nicht mehr. Wir haben andere außenpolitische Interessen. Das Hauptinteresse der USA im Laufe des ganzen vergangenen Jahrhunderts, während des Ersten und Zweiten Weltkrieges und im Kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Denn, wenn sie sich vereinigen würden, wäre das die einzige Macht, die eine Lebensgefahr für die USA darstellen würde. Und unsere wichtigste Aufgabe ist – diese Union nicht zuzulassen“, erklärte Friedman.

Wir haben früher schon gesagt, dass der süßeste Traum der USA ist – Deutschland und Russland zum dritten Mal gegeneinander zu hetzen. Aber jetzt hören wir das mit eigenen Ohren und aus Amerika. Denn tatsächlich verändert die russisch-deutsche Union die Aufstellung auf dem Planeten.

„Die Ukraine wurde von dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Bodentruppen in Europa General Ben Hodges besucht. Er verteilte die Militärauszeichnungen der USA an die ukrainischen Soldaten, was eigentlich durch das US-Militärprotokoll verboten ist, dass die Medaillen an die Ausländer verliehen werden. Aber damit wollte er zeigen, dass die ukrainische Armee seine Armee ist“, sagte Friedman.

Wir erinnern uns, wie Hodges die amerikanischen Blechschilder an die verwundeten ukrainischen Soldaten verteilt hatte. Das mal zu dem Thema, ob die Streitkräfte der Ukraine eine ausländische Legion seien. Ja, sie sind es. Amerikanische. Jetzt hören wir das aus den USA.

„USA liefern jetzt Waffen, Artillerie und andere Rüstung an die baltischen Länder, Rumänien, Polen und Bulgarien, das ist ein sehr interessanter Aspekt. Gestern haben die USA ihre Absicht erklärt die Waffen an die Ukraine zu liefern, und, obwohl das später dementiert wurde, werden die Waffen geliefert werden“, erklärte Friedman.

Direkt und zynisch. Die Dementierung zählt nicht. Später kommt es noch interessanter: „Bei all diesen Handlungen umgehen USA die NATO, weil die NATO Beschlüsse nur einstimmig von allen Mitgliedern getroffen werden müssen.“

Das heißt, innerhalb von NATO braucht man sich nicht beraten. Wenn sie für einen Krieg bereit sind, wird auch NATO nachkommen. Jetzt bereiten die USA erst den Krieg.

„Der Sinn des Geschehens ist, dass die USA den Sanitärkordon (ein Sicherheitsgürtel) um Russland aufbauen. Und Russland weiß es. Auf jeden Fall sind wir zurück bei dem alten Spiel. Fragt, was der Pole, Ungar oder Rumäne denkt. Sie sind in einem ganz anderen Universum als die Deutschen, und die Deutschen sind in einem ganz anderen Universum als Spanier und so weiter. Kurz gesagt, in Europa herrscht die Uneinigkeit. Was Ukrainer betrifft, so sage ich mit Sicherheit: sie werden alles tun, um die USA nicht zu verärgern“, betonte Frieman.

Übersetzt heißt es – die Ukraine ist völlig abhängig, befindet sich vollkommen unter der Außensteuerung. Und die anderen Länder in Europa sind uneinig und haben keine gemeinsame Meinung. Jedes lebt in der eigenen Welt. Und Amerika ist es recht, das ist das Ergebnis der Arbeit der USA.

„Die USA kontrollieren alle Ozeane der Erde. Noch nie und noch niemand hat es jemals getan. Als Folge dessen können wir überall auf dem Planeten intervenieren, aber keiner kann uns angreifen. Das ist eine sehr schöne Sache. Die Kontrolle über Ozeane und den Weltraum – das ist die Grundlage unserer Macht“, setzte Friedman fort.

Das ist noch keine Realitär sondern ein Ziel. Aber zumindest ist das Ziel schon erklärt.

„Der beste Weg die feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern, dass diese gebaut wird. Das britische Imperium hat, um den Aufbau der starken Flotte in Europa zu verhindern, die Europäer gegeneinander aufgehetzt. Ich würde empfehlen der Ronald Reagan Politik in Iran und Irak zu folgen. Reagan unterstützte beide kämpfenden Seiten, so dass diese miteinander kämpften, und nicht gegen uns. Das war zynisch, nicht moralisch vertretbar, aber das hat funktioniert“, erinnerte Friedman.

Die Rede ist vom sinnlosen Iran-Irak Krieg 1980-88. Gesamtverluste – weit über eine Million Tote, Wirtschaftsschaden – bei 1 Trillion Dollar. Fazit – unentschieden und die Aufzehrung von beiden. Amerika war glücklich. Genauso sind die heutigen Prinzipien der Eurasichen USA-Politik.

„Die USA sind nicht in der Lage ganzes Eurasien zu okkupieren. In dem Augenblick, wenn unsere Stiefel den Boden Eurasiens berühren, sind wir in der Truppenanzahl unterlegen. Wir können nicht überall unsere Truppe einführen, aber wir können die gegen einander kämpfenden Seiten unterstützen, damit sie sich auf sich selbst konzentrieren und sich nicht gegen uns vereinen. Wir werden sie politisch, finanziell unterstützen, militärische Hilfe liefern und unsere Berater schicken.“, teilte Friedman mit.

Erkennen sie heutigen Jemen und Saudi Arabien? Und auch Ukraine – erkennen sie sie?

„Die Frage, die jetzt für die Russen auf dem Tisch ist, ob man die Ukraine als eine Pufferzone zwischen Russland und dem Westen haben will, die wenigstens neutral bleiben wird, oder wird der Westen so weit in die Ukraine vordringen, dass der Westen (NATO) nur 100 Kilometer von Stalingrad und 500 Kilometer von Moskau entfernt sein wird. Durch Ukraine.

Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existenzielle Frage dar. Und die Russen können nicht einfach loslassen und dort weggehen. Aber wenn Russland fortsetzt sich an Ukraine zu klammern, dann müssen wir Russland aufhalten. Deswegen machen die USA das, wovon kürzlich General Rodgers sprach – sie schicken die schnellen Eingreiftruppen nach Rumänien, Bulgarien, Polen und Baltikum. So bereiten wir ein „Intermarium“ vor, das Territorium zwischen dem Baltischen und Schwarzen Meeren. Das Konzept des Intermariums wurde schon von Pilsudskij entwickelt“, erklärte Friedman.

Tatsächlich, es gab so einen polnischen Träumer. In der modernen amerikanischen Interpretation ist es so eine Art Wall auf der politischen Karte des Europas vom Schwarzen Meer bis nach Baltikum – das ist ein Hindernis für die Union Russlands und Deutschlands, das beide schwächt.

„Die Deutschen wissen selbst nicht, was sie tun sollen. Sie müssen ihre Ware verkaufen, und die Russen könnten sie kaufen. Für die USA ist jedoch das Hauptziel nicht zuzulassen, dass sich das russische Kapital und russische Technologien, nein – das deutsche Kapital und deutsche Technologien mit den russischen Naturressourcen und Arbeitskraft in eine unschlagbare Kombination vereinen, und die USA arbeiten daran schon seit einem Jahrhundert. Die Trumpfkarte der USA, die solche Union schlägt, ist die Linie zwichen Baltikum und dem Schwarzen Meer. Das Deutschland ist das mächtige Wirtschhaftsreich, aber gleichzeitig ein sehr verwundbares und geopolitisch schwaches. Denkt nach über die „deutsche Frage“ in der heutigen Tagesordnung. Wir müssen sie stellen, aber wir tun es nicht, weil wir nicht wissen, was die Deutschen unternehmen“, sagte Friedman.

Das ist sie eigentlich – die amerikanische Außenpolitik ganz unverdeckt. Gegeneinander hetzen und regieren. Überall in der Welt. Ob in Asien, im Nahen Osten oder in Europa.

Das geopolitische Hauptziel – Deutschand und damit die Europäische Union auf Distanz, noch besser - in Feindschaft - zu Russland zu halten. Wie George Friedman, der Direktor der Firma „Stratfor“, eines Schatten-CIA sagte: „Das ist amoral, zynisch, aber das funktioniert“.

Für Aufeinanderhetzen sind alle Mittel recht. Die Untersuchung zum malaysischen Boeing, der über der Ukraine abgeschossen wurde, bringt keine passenden Anlässe mehr, so könnte der nächste informatielle Einwurf, der das Russland in Europa dämonisiert, nicht schaden.

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